Die fachgerechte Montage ist entscheidend fuer die Leistung, Sicherheit und Langlebigkeit Ihrer Solaranlage. In der Schweiz gelten besondere Anforderungen an die Montagesysteme aufgrund von Schneelasten, Windverhaeltnissen und Bauvorschriften. Dieser umfassende Ratgeber erklaert alles, was Sie ueber die Solarmontage wissen muessen.

Montagesysteme im Ueberblick

Je nach Dachtyp und Anforderung kommen verschiedene Montagesysteme zum Einsatz. Die Wahl des richtigen Systems beeinflusst sowohl die Kosten als auch die Leistung der Anlage erheblich.

Aufdach-Montage fuer Schraegdaecher

Die Aufdach-Montage ist die haeufigste Installationsart in der Schweiz. Dachhaken werden unter den Ziegeln an den Sparren befestigt. Auf diesen Haken werden Schienen montiert, die die Module tragen. Das System ist bewaehrt, kostenguenstig und ermoeglicht eine gute Hinterlueftung der Module.

Fuehrende Hersteller von Aufdach-Systemen fuer den Schweizer Markt sind K2 Systems, Schletter, Hilti und Schweizer Anbieter wie Ernst Schweizer AG. Die Kosten liegen bei CHF 80 bis CHF 150 pro Modul fuer das Montagesystem inklusive Dachhaken und Schienen.

Indach-Systeme

Bei der Indach-Montage ersetzen die Solarmodule die Dacheindeckung. Das Ergebnis ist eine beinahe flaechenbuendige Integration, die aesthetisch ueberzeugend ist. Ernst Schweizer AG und Megasol bieten hochwertige Indach-Systeme fuer den Schweizer Markt an.

Indach-Systeme eignen sich besonders fuer Neubauten und Dachsanierungen, da die Kosten fuer die eingesparten Dachziegel gegengerechnet werden koennen. Die Installationskosten sind hoeher als bei Aufdach-Systemen, aber der aesthetische Mehrwert und die laengere Lebensdauer des Daches koennen dies rechtfertigen.

Flachdach-Aufstaenderung

Auf Flachdaechern werden die Module mit Aufstaenderungssystemen in einem optimalen Neigungswinkel aufgestellt. Es gibt zwei Hauptvarianten: Sued-Aufstaenderung mit 20 bis 30 Grad Neigung und Ost-West-Aufstaenderung mit 10 bis 15 Grad Neigung.

Die Sued-Aufstaenderung maximiert den Ertrag pro Modul, benoetigt aber Abstaende zwischen den Reihen gegen Eigenverschattung. Die Ost-West-Variante nutzt die Dachflaeche effizienter und produziert gleichmaessiger ueber den Tag verteilt, was den Eigenverbrauch verbessern kann.

Schweizer Normen und Vorschriften

Die Montage von Solaranlagen in der Schweiz unterliegt verschiedenen Normen und Vorschriften:

Ihr Installateur muss alle relevanten Normen kennen und einhalten. Achten Sie darauf, dass der Installateur ueber eine ESTI-Installationsbewilligung verfuegt.

Schnee- und Windlasten in der Schweiz

Die Schweiz hat je nach Region sehr unterschiedliche Schnee- und Windlasten. Im Mittelland betraegt die Schneelast typischerweise 1.5 bis 2.5 kN/m2, in Bergregionen kann sie auf ueber 6 kN/m2 ansteigen. Montagesysteme muessen fuer die jeweilige Region dimensioniert werden.

Windlasten werden nach SIA 261 berechnet und haengen von der Gebaeudehoehe, der Topografie und der Exposition ab. Besonders bei Flachdach-Aufstaenderungen ist die Windsogsicherung kritisch. Die Module muessen entweder mit ausreichend Ballast beschwert oder im Dach verankert werden.

Der Installationsprozess

Eine typische Installation fuer ein Einfamilienhaus dauert 2 bis 4 Tage und folgt einem standardisierten Ablauf:

  1. Tag 1: Geruest aufbauen, Dachhaken setzen, Schienen montieren
  2. Tag 2: Module montieren und verkabeln
  3. Tag 3: Wechselrichter und Elektrik installieren, Monitoring einrichten
  4. Tag 4: Inbetriebnahme, Pruefung und Abnahme, Geruest abbauen

Bei guenstigen Bedingungen kann die Installation auch in 2 Tagen abgeschlossen werden. Groessere Anlagen oder komplexe Dachgeometrien koennen laenger dauern.

Qualitaetssicherung bei der Montage

Eine professionelle Montage erkennen Sie an folgenden Merkmalen:

Kosten der Montage

Die Montagekosten machen typischerweise 20 bis 30 Prozent der Gesamtkosten einer Solaranlage aus. Fuer ein Einfamilienhaus mit 10 kWp betraegt der Montageanteil CHF 4'000 bis CHF 7'000 inklusive Geruest, Material und Arbeitszeit.

Einflussfaktoren auf die Montagekosten sind die Dachhoehe und Zugaenglichkeit, der Dachtyp und die Neigung, die Komplexitaet der Dachgeometrie, die Distanz zwischen Modulen und Wechselrichter sowie allfaellige Geruest- und Sicherungskosten.

DIY oder Profi?

In der Schweiz muss die elektrische Installation zwingend von einem konzessionierten Elektroinstallateur durchgefuehrt werden. Die mechanische Montage der Module koennten Sie theoretisch selbst uebernehmen, wir raten aber davon ab. Die Risiken bei unsachgemaesser Montage sind erheblich: Undichtes Dach, mangelhafte Statik oder fehlender Blitzschutz koennen teure Folgeschaeden verursachen.

Fazit

Die fachgerechte Montage ist das Fundament einer zuverlaessigen Solaranlage. Waehlen Sie einen erfahrenen Installateur mit Schweizer Referenzen und achten Sie auf die Einhaltung aller Normen. Mit dem richtigen Partner an Ihrer Seite produziert Ihre Anlage ueber Jahrzehnte zuverlaessig sauberen Strom.

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