Online-Formular
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Agri-Photovoltaik (kurz: Agri-PV) bezeichnet die kombinierte Nutzung einer Fläche für Landwirtschaft und Stromerzeugung. Statt entweder Acker oder Solarpark zu wählen, werden Module typischerweise hoch aufgeständert über Kulturen montiert — oder vertikal als Reihen zwischen Anbauflächen. Schafe, Hühner und sogar kleinere Maschinen können unter den Anlagen weiden bzw. operieren. In Ländern wie Frankreich, Italien und Deutschland bereits etabliert, kommt das Konzept jetzt auch in die Schweiz.
Verschiedene Pilotanlagen werden derzeit getestet:
Nicht jede Kultur passt zu Agri-PV. Die wichtigsten Fragen: Wie viel Schatten verträgt die Pflanze? Brauchen wir Schutz vor Hagel / Hitze? Studien zeigen besonders gute Eignung bei:
Bisher waren Solaranlagen ausserhalb der Bauzone praktisch unmöglich (RPG, Art. 24). Mit dem Mantelerlass 2024 wurde eine wichtige Lockerung beschlossen: Agri-PV-Anlagen können künftig auch in der Landwirtschaftszone bewilligt werden, sofern die landwirtschaftliche Nutzung erhalten bleibt und der Boden nicht versiegelt wird. Die genauen Vollzugsbestimmungen werden 2025–2026 von den Kantonen erlassen.
Agri-PV ist teurer als gewöhnliche Aufdach-PV: die Aufständerung (4–6 m hoch) kostet etwa CHF 1'400 / kWp gegenüber CHF 1'100 / kWp für Aufdach. Dafür werden Doppelerlöse erzielt: Pacht für Strom + Landwirtschaftserlös. Eine typische 100 kWp Agri-PV-Anlage bringt rund CHF 16'000 Pacht/Jahr — bei gleichbleibender Landwirtschaft. Für viele Bauernfamilien ist das ein willkommenes Zweiteinkommen.
Wer privat einen Garten oder kleine Hofstelle besitzt, kann von Agri-PV-Logik profitieren: Carport-PV (Module über Parkplätzen) oder Pergola-PV (Module über Sitzecken im Garten). Diese Mini-Form kombiniert Wetterschutz mit Stromerzeugung — bewilligungsfrei in den meisten Kantonen, sofern Höhe und Fläche bestimmte Grenzen einhalten. Eine 5 kWp Carport-PV kostet typisch CHF 12'000–15'000 inkl. Montage.