Der Kauf einer Solaranlage ist eine wichtige Entscheidung. Mit unserer Checkliste vergessen Sie nichts und kommen sicher zu Ihrer optimalen PV-Anlage. Wir fuehren Sie durch alle Schritte von der ersten Überlegung bis zur Inbetriebnahme.
Phase 1: Vorbereitung
- Stromverbrauch der letzten 3 Jahre analysieren (Rechnungen sammeln)
- Dachfläche, Ausrichtung und Neigung bestimmen
- Verschattung prüfen (Baeume, Nachbargebaeude, Kamine)
- Statik des Daches klaeren (Tragfähigkeit für Zusatzlast)
- Bauvorschriften der Gemeinde prüfen (Baubewilligung oder Meldepflicht)
- Denkmalschutz-Auflagen abklaeren falls relevant
Phase 2: Angebote einholen
- Mindestens 3 Offerten von verschiedenen Anbietern einholen
- Offerten auf Vergleichbarkeit prüfen (gleiche Anlagengroesse, aehnliche Komponenten)
- Modultyp und Hersteller vergleichen (Tier-1-Module bevorzugen)
- Wechselrichter-Marke und Modell prüfen
- Montagesystem und dessen Qualitaet bewerten
- Garantieleistungen vergleichen (Produkt- und Leistungsgarantie)
- Referenzen des Anbieters prüfen
Phase 3: Entscheidung
- Preis-Leistungs-Verhaeltnis bewerten (nicht nur den Preis)
- Optionale Extras prüfen: Batteriespeicher, Monitoring, Wartungsvertrag
- Finanzierung klaeren (Eigenkapital, Kredit, Leasing)
- Foerderbedingungen prüfen und Antraege vorbereiten
- Vertrag sorgfaeltig lesen und unterschreiben
Phase 4: Installation
- Installationstermin vereinbaren
- Netzbetreiber informieren und Netzanschlussgesuch stellen
- Baubewilligung oder Meldung bei Gemeinde einreichen
- Geruest und Material-Anlieferung koordinieren
- Installation begleiten und Abnahme durchführen
Phase 5: Inbetriebnahme
- Sicherheitspruefung durch Elektriker
- Inbetriebnahmeprotokoll erhalten und prüfen
- Monitoring einrichten und App installieren
- EIV bei Pronovo beantragen
- Kantonale Förderung beantragen
- Steuererklärung vorbereiten (Abzug der Investitionskosten)
- Versicherung informieren (Gebäudeversicherung anpassen)
Häufige Fehler vermeiden
- Nur auf den Preis achten statt auf das Gesamtpaket
- Anlage zu klein oder zu gross dimensionieren
- Förderungen nicht rechtzeitig beantragen
- Keine Referenzen des Installateurs prüfen
- Vertrag nicht gründlich lesen
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Zum PV-RechnerSchweizer Förderprogramme im Überblick
In der Schweiz profitieren Eigenheimbesitzer von attraktiven Förderprogrammen für Solaranlagen. Die Einmalvergütung (EIV) des Bundes deckt bis zu 30 % der Investitionskosten. Zusätzlich bieten viele Kantone und Gemeinden eigene Zuschüsse an. In Zürich beispielsweise gibt es kantonale Zusatzförderungen von bis zu CHF 3’000, während Bern einen Bonus für Fassadenanlagen gewährt. Wichtig: Die Förderanträge müssen vor Baubeginn eingereicht werden. Ihr Solarinstallateur übernimmt in der Regel die gesamte Administration. Die Bearbeitungszeit beträgt aktuell 3–6 Monate. Zusätzlich können Sie die Investitionskosten vollständig von der Einkommenssteuer abziehen – das spart je nach Steuersatz nochmals 20–35 % der Nettokosten.
Umweltbilanz und Nachhaltigkeit
Eine Solaranlage in der Schweiz vermeidet pro kWp jährlich rund 400–500 kg CO₂. Bei einer typischen 10-kWp-Anlage sind das über die Lebensdauer von 25 Jahren mehr als 100 Tonnen eingespartes CO₂. Die energetische Amortisation – also die Zeit, bis die Anlage mehr Energie produziert hat als für ihre Herstellung benötigt wurde – liegt bei nur 1–2 Jahren. Danach liefert sie über 20 Jahre lang sauberen, klimaneutralen Strom. Am Ende ihrer Lebensdauer können über 95 % der Materialien recycelt werden. Silizium, Glas und Aluminium werden zurückgewonnen und in neuen Produkten eingesetzt. So schliesst sich der Kreislauf – und Sie leisten einen messbaren Beitrag zur Energiewende in der Schweiz.
Planung und Installation
Der Weg zur eigenen Solaranlage beginnt mit einer professionellen Dachanalyse. Dabei werden Ausrichtung, Neigung, Verschattung und Statik geprüft. Süd-, Südost- und Südwestdächer mit 15–35° Neigung sind ideal. Aber auch Ost-West-Anlagen sind wirtschaftlich sinnvoll und liefern eine gleichmässigere Stromproduktion über den Tag. Die Montage dauert typischerweise 2–3 Tage für ein Einfamilienhaus. Der Installateur kümmert sich um die Baubewilligung, den Netzanschluss und die Anmeldung bei Pronovo für die Einmalvergütung. Nach der Inbetriebnahme können Sie Ihre Stromproduktion per App überwachen und Ihren Eigenverbrauch optimieren. Ein jährlicher Check durch den Fachmann sichert die langfristige Leistung.
Wirtschaftlichkeit und Amortisation
Häufige Fragen zur Solaranlage
Wie lange hält eine Solaranlage? Moderne Solarmodule sind auf mindestens 25–30 Jahre ausgelegt. Viele Hersteller geben eine Leistungsgarantie von 25 Jahren mit mindestens 80 % der Nennleistung.
Brauche ich eine Baubewilligung? In den meisten Schweizer Kantonen sind Auf-Dach-Anlagen meldepflichtig, aber nicht bewilligungspflichtig. Ausnahmen gelten in Schutzgebieten und bei denkmalgeschützten Gebäuden.
Was passiert bei Schnee? Schnee rutscht bei geneigten Dächern schnell ab. Der Ertragsverlust im Winter ist minimal – die Hauptproduktion findet von März bis Oktober statt.
Wie viel Strom produziert meine Anlage? Pro kWp installierter Leistung können Sie in der Schweiz mit 900–1’100 kWh Jahresertrag rechnen – je nach Standort und Ausrichtung.
Vor der Installation: Wichtige Vorbereitungsschritte
Bevor die eigentliche Installation Ihrer Solaranlage in der Schweiz beginnt, sollten Sie einige wichtige Vorbereitungen treffen. Lassen Sie zunächst den Zustand Ihres Dachs durch einen Fachmann prüfen: Ist die Dacheindeckung noch intakt? Muss sie in den nächsten 10 Jahren erneuert werden? Falls ja, sollten Sie die Dachsanierung vor der Solarinstallation durchführen – andernfalls müssen die Module später teuer ab- und wieder aufgebaut werden.
Klären Sie frühzeitig mit Ihrem Elektrizitätswerk die Netzanschlussbedingungen. In manchen Schweizer Gemeinden ist die Netzkapazität begrenzt, was die maximale Einspeiseleistung einschränken kann. Ihr Installateur reicht das Anschlussgesuch ein, aber Sie sollten die Rückmeldung aktiv verfolgen. Prüfen Sie auch Ihre elektrische Hausinstallation: Ist der Zählerkasten für einen bidirektionalen Zähler vorbereitet? Reicht die Kapazität der Hauptsicherung? Diese Details klärt eine professionelle Vorbesichtigung durch den Solarinstallateur, die bei seriösen Anbietern kostenlos im Angebot enthalten ist. Dokumentieren Sie zudem Ihren aktuellen Stromverbrauch der letzten zwei Jahre – diese Daten sind für die optimale Anlagendimensionierung unverzichtbar.