Die Schweiz foerdert den Ausbau von Solarenergie mit verschiedenen Programmen auf Bundes-, Kantons- und Gemeindeebene. In diesem Artikel geben wir Ihnen einen vollstaendigen Überblick über alle verfügbaren Förderungen und zeigen, wie Sie das Maximum herausholen.
Einmalvergütung (EIV) des Bundes
Die EIV wird nach Inbetriebnahme der Anlage beantragt. Die Auszahlung erfolgt in der Regel innerhalb von 6 bis 12 Monaten. Ihr Installateur übernimmt typischerweise die Anmeldung bei Pronovo.
Kantonale Förderprogramme
Zusätzlich zur Bundesförderung bieten viele Kantone eigene Programme an. Diese variieren stark und können die Wirtschaftlichkeit Ihrer Anlage deutlich verbessern:
- Zuerich: Zusätzliche Förderung für Batteriespeicher und integrierte Anlagen
- Bern: Kantonale Zusatzförderung für PV-Anlagen in Kombination mit Wärmepumpen
- Luzern: Förderung für Batteriespeicher und Eigenverbrauchsoptimierung
- Basel-Stadt: Einer der grosszuegigsten Kantone mit zusätzlichen kWp-Beitraegen
- Thurgau: Förderung für Solaranlagen auf landwirtschaftlichen Gebaeuden
Informieren Sie sich auf der Website Ihres Kantons oder bei Ihrer Gemeinde über die aktuellen Foerderbedingungen. Die Programme werden regelmässig angepasst.
Steuerliche Vorteile
In den meisten Kantonen können die Investitionskosten für eine Solaranlage vollstaendig von den Einkommenssteuern abgezogen werden. Die Solaranlage gilt als energetische Sanierung und damit als abzugsfähige Liegenschaftskosten.
Einspeisevergütung
Für überschuessigen Solarstrom, den Sie ins Netz einspeisen, erhalten Sie eine Vergütung von Ihrem Energieversorger. Die Hoehe variiert je nach Versorger zwischen 8 und 15 Rappen pro kWh. Einige Versorger bieten saisonale Tarife an, die im Winter höher und im Sommer tiefer sind.
Zusammenrechnung aller Förderungen
Tipps zur Antragsstellung
- Beantragen Sie die EIV innerhalb von 12 Monaten nach Inbetriebnahme
- Klaeren Sie kantonale Förderungen vor dem Bau - manche erfordern eine Voranmeldung
- Sammeln Sie alle Rechnungen für den Steuerabzug
- Lassen Sie sich von Ihrem Installateur bei der Antragsstellung unterstuetzen
Berechnen Sie Ihre Förderungen
Finden Sie heraus, wie viel Förderung Ihnen zusteht und was Ihre Anlage effektiv kostet.
Zum PV-RechnerBatteriespeicher – lohnt sich das?
Technologie und Modultypen
Moderne Solarmodule erreichen Wirkungsgrade von 20–22 % und sind deutlich leistungsfähiger als frühere Generationen. Die gängigsten Typen sind monokristalline Module – sie bieten die beste Flächeneffizienz und eignen sich ideal für Schweizer Dächer mit begrenztem Platz. Ganzschwarze Module (Full Black) sind besonders beliebt, da sie ästhetisch ansprechend sind und sich harmonisch ins Dachbild fügen. Bifaziale Module nutzen zusätzlich das reflektierte Licht der Rückseite und liefern bis zu 10 % Mehrertrag. Die Module sind auf mindestens 25 Jahre Leistung garantiert und verlieren pro Jahr nur etwa 0,3–0,5 % ihrer Kapazität. Die Wechselrichter – das Herzstück jeder Anlage – wandeln den Gleichstrom in nutzbaren Wechselstrom um.
Solaranlage für Mieter und Stockwerkeigentümer
Auch ohne eigenes Dach können Sie von Solarstrom profitieren. Das Modell der Zusammenschluss zum Eigenverbrauch (ZEV) ermöglicht es Mietern und Stockwerkeigentümern, gemeinsam eine Solaranlage zu betreiben und den Strom untereinander aufzuteilen. Der Vermieter oder die Stockwerkeigentümergemeinschaft installiert die Anlage, und die Kosten werden fair auf alle Parteien verteilt. Seit der Revision des Energiegesetzes sind die rechtlichen Rahmenbedingungen klar geregelt. Der Solarstrom wird direkt an die Bewohner verkauft – günstiger als der normale Netzstrom. Alternativ gibt es Stecker-Solaranlagen für den Balkon: Mit 300–800 Watt Leistung produzieren sie genug Strom für Kühlschrank und Grundlast – ganz ohne Dachmontage.
Kantonale Förderprogramme im Detail
Neben der Einmalvergütung des Bundes bieten zahlreiche Schweizer Kantone eigene Förderprogramme für Solaranlagen an. Der Kanton Zürich gewährt beispielsweise zusätzliche Beiträge für Batteriespeicher über das Gebäudeprogramm, während der Kanton Bern besonders die Kombination von Solaranlage und Wärmepumpe fördert. Im Kanton Waadt erhalten Eigenheimbesitzer einen Bonus für Fassaden-Solaranlagen.
Wichtig zu beachten: Die kantonalen Fördermittel sind oft begrenzt und werden nach dem Prinzip «wer zuerst kommt» vergeben. Es empfiehlt sich daher, die Gesuche frühzeitig einzureichen – idealerweise parallel zur Baubewilligung. Darüber hinaus bieten viele Gemeinden und lokale Energieversorger eigene Zuschüsse an. In der Stadt Zürich beispielsweise können Sie bis zu 30 Prozent der Investitionskosten über verschiedene Fördertöpfe abdecken. Ihr Solarinstallateur kennt die regionalen Möglichkeiten und unterstützt Sie bei der Antragstellung. Vergessen Sie auch nicht den steuerlichen Abzug: Die gesamten Investitionskosten einer Solaranlage können in den meisten Kantonen als werterhaltende Massnahme von den Steuern abgezogen werden.