Hinweis: Die Inhalte dieser Webseite dienen der allgemeinen Information. Verbindliche und tagesaktuelle Angaben zu Förderprogrammen und Gesetzgebung erhalten Sie auf energiefranken.ch, beim Bundesamt für Energie und auf der offiziellen Webseite Ihres Kantons.

Die Art Ihres Daches beeinflusst massgeblich, wie Ihre Solaranlage installiert wird und wie viel Strom sie produziert. In der Schweiz sind sowohl Schraegdächer als auch Flachdächer weit verbreitet. Beide Dachtypen eignen sich hervorragend für Solaranlagen, erfordern aber unterschiedliche Montagesysteme.

Schraegdach-Montage

Schraegdächer sind in der Schweiz der häufigste Dachtyp für Einfamilienhaeuser. Die Module werden parallel zur Dachfläche montiert, was eine aesthetisch ansprechende Integration ermöglicht. Es gibt zwei Hauptvarianten:

Aufdach-Montage

Bei der Aufdach-Montage werden die Module mit Dachhaken und Schienen auf der bestehenden Dacheindeckung montiert. Dies ist die gaengigste und kostenguenstigste Methode. Die Hinterlueftung der Module sorgt für eine gute Kühlung und damit für einen höheren Ertrag. Die Kosten für das Montagesystem liegen bei CHF 80 bis CHF 120 pro Modul.

Indach-Montage

Bei der Indach-Montage ersetzen die Solarmodule die Dachziegel. Das Ergebnis ist eine beinahe flaechenbuendige Integration, die aesthetisch sehr ansprechend ist. Die Kosten sind höher (CHF 150 bis CHF 250 pro Modul), dafür sparen Sie die Dachziegel ein. Ein Nachteil ist die geringere Hinterlueftung, die zu leicht tieferen Erträgen fuehren kann.

Flachdach-Montage

Auf Flachdächern werden die Module mit Aufständerungssystemen in einem optimalen Winkel von 10 bis 30 Grad aufgestellt. Die Vorteile: Sie können die Ausrichtung frei wählen und die Module optimal zur Sonne positionieren.

Wichtig bei Flachdächern ist die Beruecksichtigung der Verschattung zwischen den Modulreihen. Der Abstand zwischen den Reihen muss gross genug sein, damit sich die Module nicht gegenseitig verschatten. Dies reduziert die nutzbare Dachfläche um etwa 30 bis 40 Prozent im Vergleich zum Schraegdach.

Moderne Ost-West-Aufständerungen nutzen die Flaeche effizienter. Die Module werden in einem flachen Winkel von nur 10 Grad nach Osten und Westen aufgestellt. Der Gesamtertrag ist zwar pro Modul etwas geringer, aber es passen mehr Module auf das Dach.

Vergleich der beiden Systeme

Besonderheiten in der Schweiz

In der Schweiz müssen Montagesysteme hohe Schneelasten aushalten können. Je nach Region gelten unterschiedliche Anforderungen. In Berggebieten können die Schneelasten über 4 kN/m2 betragen, was besonders robuste Systeme erfordert. Ihr Installateur berechnet die erforderliche Tragfähigkeit anhand der SIA-Normen.

Zudem gelten in vielen Gemeinden Vorschriften zur aesthetischen Integration von Solaranlagen. Informieren Sie sich bei Ihrer Baubewilligungsbehoerde über die geltenden Regeln.

Fazit

Beide Dachtypen eignen sich bestens für Solaranlagen. Auf Schraegdächern mit Suedausrichtung erzielen Sie den höchsten Ertrag pro Modul. Flachdächer bieten die Flexibilitaet, die Module optimal auszurichten, benötigen aber mehr Flaeche. Lassen Sie sich von einem Fachmann beraten, welches System für Ihr Dach ideal ist.

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Wirtschaftlichkeit und Amortisation

Planung und Installation

Der Weg zur eigenen Solaranlage beginnt mit einer professionellen Dachanalyse. Dabei werden Ausrichtung, Neigung, Verschattung und Statik geprüft. Süd-, Südost- und Südwestdächer mit 15–35° Neigung sind ideal. Aber auch Ost-West-Anlagen sind wirtschaftlich sinnvoll und liefern eine gleichmässigere Stromproduktion über den Tag. Die Montage dauert typischerweise 2–3 Tage für ein Einfamilienhaus. Der Installateur kümmert sich um die Baubewilligung, den Netzanschluss und die Anmeldung bei Pronovo für die Einmalvergütung. Nach der Inbetriebnahme können Sie Ihre Stromproduktion per App überwachen und Ihren Eigenverbrauch optimieren. Ein jährlicher Check durch den Fachmann sichert die langfristige Leistung.

Solaranlage für Mieter und Stockwerkeigentümer

Auch ohne eigenes Dach können Sie von Solarstrom profitieren. Das Modell der Zusammenschluss zum Eigenverbrauch (ZEV) ermöglicht es Mietern und Stockwerkeigentümern, gemeinsam eine Solaranlage zu betreiben und den Strom untereinander aufzuteilen. Der Vermieter oder die Stockwerkeigentümergemeinschaft installiert die Anlage, und die Kosten werden fair auf alle Parteien verteilt. Seit der Revision des Energiegesetzes sind die rechtlichen Rahmenbedingungen klar geregelt. Der Solarstrom wird direkt an die Bewohner verkauft – günstiger als der normale Netzstrom. Alternativ gibt es Stecker-Solaranlagen für den Balkon: Mit 300–800 Watt Leistung produzieren sie genug Strom für Kühlschrank und Grundlast – ganz ohne Dachmontage.

Regionale Besonderheiten in der Schweiz bei der Dachwahl

Die Wahl zwischen Flachdach- und Schrägdach-Montage hängt in der Schweiz stark von regionalen Faktoren ab. Im Mittelland mit moderaten Schneelasten funktionieren beide Varianten zuverlässig, wobei Flachdachsysteme durch die freie Ausrichtungswahl oft 5–10 Prozent mehr Ertrag erzielen können. In Bergregionen wie dem Wallis oder Graubünden müssen Flachdach-Aufständerungen für Schneelasten von bis zu 4 kN/m² ausgelegt werden – das erhöht die Kosten erheblich.

Schweizer Bauvorschriften verlangen zudem in vielen Gemeinden eine Baugenehmigung für aufgeständerte Flachdachanlagen, während dachparallele Schrägdach-Installationen häufig meldepflichtig aber bewilligungsfrei sind. Besonders bei denkmalgeschützten Gebäuden in historischen Ortskernen gelten strenge Auflagen. Fragen Sie frühzeitig bei Ihrer Gemeinde nach den geltenden Vorschriften. Moderne Indach-Systeme für Schrägdächer integrieren sich optisch nahtlos und erfüllen auch strenge ästhetische Anforderungen der kantonalen Baukommissionen. Die Mehrkosten gegenüber Aufdach-Systemen betragen etwa 15–20 Prozent, werden aber durch den höheren Immobilienwert langfristig kompensiert.

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